Auf der Suche nach Pilzen
Anna Kaleri

sehe ich am Bach, wo der Biber nachts
seinen fischartigen Schwanz ans Ufer zieht
und die Spuren der Tatzen verwischt, nicht aber
die Taten seiner kräftigen Zähne

Und ich finde die Schlafstatt zweier Rehe,
die das Laub wegschieben, um sich näher
an die Erde zu ducken, auch wenn’s härter ist

Und ich sehe, wo Wildschweine den Boden
umwühlen, als gäbs Trüffel zu finden
und wo sie bequemerweise einem im Sommer
trockenen Bachlauf folgen wie einem Weg

Und ein Jäger war auch da, vor langer Zeit,
die Reste des Hochsitzes sind der Natur überlassen,
so wie auch die Bäume, die der Wind knickte

Und ich sehe Holzzeichen in der Sprache des Mooses
und leuchtend orangefarbene Riesenschnecken
Und von Pilzen nur einen, ungenießbaren

Und ich erkenne, dass sie alle hier leben
nur nehmen, was sie brauchen,
und sich gegenseitig begrenzen

Und ich setze mich auf einen Baumstumpf,
dunkelgrün gekleidet, und muss nur ruhig sitzen
bis alle, die um mich sind, sichtbar werden

oder ich dem Wald einwachse