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Thilo
Krause Enzo Qui
tocca a noi poveri la nostra parte di richezza ed
è l'odore dei limoni. Eugenio Montale, ``I limoni'' Im Mai wenn der Tag mit den Tauben über das Dorf steigt trägst du dir einen Stuhl vors Haus lehnst ihn gegen den Stamm der Magnolie und beginnst deine Reise durch den Tag. Enzo, hier sitzt du, halb schlafend, halb wachend unter der Krone voll milde brennendem Weiß. Fast greift der Wind durch dich hindurch und doch, du bist hier: auf dem Küchenstuhl wie in einem Boot und das Meer ist der Hof, seine verworfenen Ziegel und jene Insel da der alte Haufen Kies. Manchmal flappt die Plane von einer Böe gehoben und du erschrickst, wendest den Kopf der Straße zu wie jetzt, zwei Leute erscheinen im Tor scharf umrissen gegen das Licht. Der Deutsche, mit dem Großvater der ein Bein hier ließ im Krieg und deine Nichte mit dem schwarzen Haar und der hellen toskanischen Haut. Enzo, hier treffen wir dich unter der Magnolie schenkst du uns ein Zitronenwasser, Glas auf Glas. Da ist der Stall, da ist der Schuppen auf diesen Fleck hattest du Lilien gepflanzt doch vom Nachbarn kam das Unkraut herüber wilde Möhre, Wegerich und Ampfer setzten sich fest in den Rabatten dem kleinen Revier Erinnerung das du abschreitest mit uns ein Streichholz im Mund und deine Hände wie fügsame Tierchen laufen den Dingen zu ertasten eine Mauer, die rissige Lasur des Zauns. An dieser Straße hältst du aus für uns wo die Wagen flackernd aus der Hitze steigen die Ziegelei ihren hohlen Leib unter den Bäumen dehnt stehst du vor dem Haus, wanderst die Gegend ab mit einem einzigen Schwung deines Arms. In
der Lehmgrube ertrinkt immer mal einer beim Baden. Die
Kornblumen sind blaue Splitter einer alten Schuld. Aber
die Nachbarn lassen die Beeren umkommen am Strauch. So geht es, dein Lied, das du singst für uns Strophe auf Strophe mit deinem einfachen Mund. In diesem Land bist du Feldherr bist Hofnarr und Sänger, mit einer Armee von Dingen die früher gehorchten aufs Wort. Heute musst du vorsichtig die Stufen hinaufsteigen zum Haus musst die Schulter an die Tür legen die Klinke drehen und drücken. Flur und Stube, das Bad geradeaus an den Wänden die feuchten Landkarten des Nichts Kontinent auf Kontinent mit den mäandernden Flüssen der Spinnweben darin von Zimmer zu Zimmer wie ewige Adern und das Haus atmet kaum hörbar, flach. Also sitzen wir bei dir schneiden in der Küche die Wurst ein jeder für sich ognuno fa per conto suo Scheibchen für Scheibchen wie der Tag abnimmt unsere Stimmen grau in der grauen Luft über dem Tisch. Sieh' auch deine Hand wandert die Maserung ab mit den Fingern, den Augen wo gehen wir hin so schwer liegen in den Ecken die Stapel Papier. Die eine Vase hält sich blind auf der Kredenz! Und Enzo, der Wein, den du uns brachtest, wirft kaum mehr Licht in unsere Kehlen. Unter der Magnolie schütteln wir uns die Hände und wissen nicht, wie lassen wir los wie tilgen wir das Dunkel aus der Mitte der Worte. Der Haufen Kies am Rande des Hofs vielleicht sollten wir ihn verbauen den Schuppen flicken oder den Stall dass die Hühner wieder mit nickenden Köpfen die Körner aus den Ritzen picken.
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